Praxisbeispiele

Hier stellen wir thematische Beispiele zu einer Beratung durch MiGlobe vor.

Fairer Handel und Öffentliche Beschaffung

Öffentliche Stellen in Deutschland geben jährlich etwa 350 Milliarden Euro für die Beschaffung von Dienstleistungen und Produkten aus. Diese Marktmacht kann bewusst genutzt werden, um weltweit bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen für Arbeiter*innen und Bäuer*innen zu fördern. Kommunen, die sich durch ihr Engagement im Fairen Handel für die Verbesserung der Situation dieser Menschen einsetzen, können sich als Fairtrade Town auszeichnen lassen und bekommen dadurch eine Anerkennung für ihren Einsatz.

Sie sind als Kommune im Fairen Handel aktiv oder möchten es werden (z.B. als Fairtrade Town)? Sie wünschen sich, dass die Angebote des Fairtrade Steuerungskreises Menschen mit Migrationsbiographie zunehmend anspricht? Ein MiGlobe Beratungseinsatz unterstützt Sie dabei migrantische Teilhabe in Ihren Aktivitäten im Bereich des Fairen Handels zu fördern. Durch eine Zusammenarbeit von migrantischen und nicht-migrantischen Akteur*innen werden Kommunikationskanäle geöffnet und neue Sichtweisen ermöglicht. Viele migrantische Vereine und Akteur*innen arbeiten bereits entwicklungspolitisch und setzen sich aktiv für den Fairen Handel ein. Die eigenen Erfahrungen und Netzwerke im Globalen Süden von Menschen mit Migrationsbiographie bringen dabei neue Sichtweisen und Innovation mit, von denen  Kommunen stark profitieren. Die Berater*innen von MiGlobe unterstützten Sie als Kommune dabei, migrantische Organisationen und aktive Menschen vor Ort für Ihre Vorhaben zu begeistern und für den Fairen Handel zu sensibilisieren.

Die Stadt Tübingen hat das Ziel lokale Initiativen aus dem Bereich Fairer Handel, für Migrant*innen offener zu gestalten. So wird eine Vernetzungsveranstaltung aller entwicklungspolitischen Aktiven migrantischen und nicht migrantischen Gruppen durchgeführt. Dabei unterstützen die beiden Beraterinnen Karina Uzcategui-Montes und Raquel Cayapa-Tapuy die Kommune durch ihr lokalen Netzwerke und Fachwissen aus dem Bereich Fairer Handel.

Städte- und Themenpartnerschaften

Viele Städte und Kommunen habe bereits Partnerschaften mit Kommunen in Ländern des Globalen Südens aufgebaut. Oftmals wünschen sich Kommunen eine Auffrischung und neue Ideen für lang bestehende Städtepartnerschaften. Denn Städtepartnerschaften leben von engagierten Bürger*innen. Häufig entstehen Partnerschaften durch persönliche Beziehungen von Bürger*innen mit Migrationsbiographie zu der Partnerkommune. Migrant*innen agieren damit als wichtige Bindeglieder zwischen den Partnerkommunen, denn Sie verfügen über länderspezifisches Wissen und Kontakte in beiden Kommunen. Migrantische Vereine, die sowohl die Kommune vor Ort als auch die Partnerkommune kennen, unterstützen oft dabei Städtepartnerschaften zu etablieren, zu pflegen und auszubauen.

Suchen Sie interessante Impulse um Ihre Städtepartnerschaften mit neuen Ideen zu füllen? Viele der MiGlobe Berater*innen haben bereits in Projektpartnerschaften auf zivilgesellschaftlicher Ebene gearbeitet, und bringen entwicklungspolitisches Know-How für die internationale Zusammenarbeit mit. Durch ihre eigenen Migrationsbiographien können die Berater*innen Sie außerdem dabei unterstützen, migrantische Vereine und Akteur*innen in Ihrer Kommune für die Partnerschaftsarbeit zu gewinnen.

Entwicklungspolitische Informationsarbeit

Interkulturelle Feste schaffen Begegnungsorte und bringen Menschen miteinander ins Gespräch. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur entwicklungspolitischen Informationsarbeit. Denn diese Form von Begegnungsorte bieten die Chance, Bürger und Bürgerinnen für entwicklungspolitische Themen zu sensibilisieren. Wenn neben Kulinarik aus dem Globalen Süden auch noch zu politischen und wirtschaftlichen Situationen informiert wird, entsteht oft ein Dialog. Im Rahmen von interkulturellen Festen können migrantische Akteur*innen aus Ihrer Kommune, durch spannende Formate wie zum Beispiel Ausstellungen, Vorträge oder Lesungen zu entwicklungspolitischen Themen Interesse wecken. Die MiGlobe Berater*innen bringen neue Impulse zu einer vielfaltsensiblen Planung Ihrer interkulturellen Feste in Ihre Kommune mit.

MiGlobe begleitete die Kommune Salach bei der Planung eines Stadtfestes. Durch die Beratung gewann die Stadt neue migrantische Vereine und Initiativen für die Mitarbeit am Stadtfest. Dort lag ein starker Fokus auf Informationsarbeit zu entwicklungspolitischen Themen.

Die Begleitung durch Frau Plato und Herrn Schweizer von MiGlobe hat uns sehr gut getan. Im Rahmen der Beratung haben wir uns die Zeit genommen, einmal in Ruhe und mit anderen Perspektiven auf unsere Aktivitäten zu schauen und konnten dadurch neue Wege erkennen.”

war das Fazit von Frau Becker, Leiterin der Stabsstelle Integration auf dem MiGlobe Stakeholder Treffen am 28. September 2018.

Geflüchtete als Akteur*innen

Viele der nach Deutschland geflohenen Menschen haben sich hier ein neues Leben aufgebaut und sich in ihrem neuen Umfeld eingelebt. Gleichzeitig wird eine mediale Debatte geführt, die viel über Geflüchtete spricht und sehr wenig mit ihnen. Auf kommunaler Ebene kann der gesellschaftliche Zusammenhalt nachhaltig gestärkt werden, und Kommunikationskanäle werden zwischen Bürger*innen mit und ohne Fluchtgeschichte eröffnet. Geflüchtete können außerdem auf einer persönlichen Ebene für die entwicklungspolitischen Dimensionen von Fluchtursachen sensibilisieren.

Möchten Sie Geflüchteten eine Möglichkeit geben über ihre Erlebnisse zu berichten? Brauchen sie noch Unterstützung dabei eine Veranstaltung zum Thema Flucht zu gestalten? Eine MiGlobe Beratung begleitet Sie dabei auf flucht-spezifische und interkulturelle Kontexte sensibel einzugehen. So könnten zum Beispiel Erzählcafés, Themenabende und Diskussionsforen als Formate verwendet werden, um Geflüchteten den Raum zu geben von ihren Erlebnissen zu erzählen. Dadurch werden Geflüchtete auch stärker als Akteur*innen wahrgenommen. Außerdem stärken diese Veranstaltungen das Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Fluchtursachen im Globalen Süden und unserem Handeln im Globalen Norden bei der lokalen Bevölkerung.

In Süßen berieten die MiGlobe Beraterinnen Juliana Atillo-Schlotterbeck und Karina Montes die Steuerungsgruppe der Süßener Friedenstage 2018. Ziel war es Geflüchtete stärker in die Friedenstage mit einzubeziehen. Im Rahmen der Friedenstage veranstalteten Aktive aus Süßen mit der Kommune ein internationales Dinner zum Thema Frieden. An dem Abendessen nahmen auch Geflüchtete teil. Während des Essen diskutierten  die Teilnehmende verschiedene Fragestellungen zum Thema Frieden. Ein internationales Poetry Slam Team trug eigene Texte zum Thema Frieden vor und gab dadurch poetische Denkanstöße.

Haben Sie Fragen zu den möglichen Inhalten einer MiGlobe Beratung?

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Fotos: © Martin Magunia/ SKEW; alle Rechte vorbehalten