Praxisbeispiele

Hier stellen wir thematische Beispiele zu einer Beratung durch MiGlobe vor.

Fairer Handel und Öffentliche Beschaffung

Öffentliche Stellen in Deutschland geben jährlich etwa 350 Milliarden Euro für die
Beschaffung von Dienstleistungen und Produkten aus. Diese Marktmacht kann bewusst genutzt werden, um weltweit bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen für Arbeiterinnen und Arbeiter und Landwirtinnen und Landwirte zu fördern. Kommunen, die sich durch ihr Engagement im Fairen Handel und in der Fairen Beschaffung für die Verbesserung der Situation dieser Menschen einsetzen, können sich als Fairtrade Town auszeichnen lassen und bekommen dadurch eine
Anerkennung für ihren Einsatz.

Sie sind als Kommune im Fairen Handel aktiv oder möchten es werden (z.B. als Fairtrade Town)? Ein MiGlobe Beratungseinsatz unterstützt Sie dabei, migrantische Teilhabe in Ihren Aktivitäten im Bereich des Fairen Handels zu fördern. Durch eine Zusammenarbeit von migrantischen und nicht-migrantischen Akteurinnen und Akteuren werden Kommunikationskanäle geöffnet und neue Sichtweisen ermöglicht. Viele migrantische Vereine und Akteurinnen und Akteure setzen sich aktiv für den Fairen Handel ein. Die Beraterinnen und Berater von MiGlobe unterstützten Sie dabei, migrantische Organisationen und aktive Menschen vor Ort für
Ihre Vorhaben zu begeistern und für den Fairen Handel zu sensibilisieren.

Die Universitätsstadt Tübingen nimmt seit 2019 das Angebot einer MiGlobe
Beratung in Anspruch. Ziel der Beratung ist es, lokale migrantische Initiativen aus dem Bereich Fairer Handel zu identifizieren und diese für eine zukünftige entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit der Stadt zu den Themen Fairer Handel und Städtepartnerschaften zu gewinnen. In 2020 plant die Stadt einen mit interessierten Akteurinnen und Akteuren, um eine langfristige Zusammenarbeit zu etablieren. Dabei unterstützen die beiden Beraterinnen
Karina Uzcategui-Montes und Raquel Cayapa-Tapuy die Kommune durch ihre lokalen Netzwerke und Fachwissen aus dem Bereich Fairer Handel.

Städte- und Themenpartnerschaften

Viele baden-württembergische Kommunen pflegen Partnerschaften mit Kommunen in Ländern des Globalen Südens. Oftmals wünschen sich Kommunen eine
Auffrischung und neue Ideen für lang bestehende Partnerschaften oder sind an einer Projektpartnerschaft interessiert. Städtepartnerschaften leben von engagierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern und häufig entstehen Partnerschaften durch persönliche Beziehungen zu der Partnerkommune. Migrantinnen und Migranten mit Bezügen zur Partnerkommune agieren oft als wichtige Bindeglieder, denn Sie verfügen oft über länderspezifisches Wissen und Kontakte in beiden Kommunen.So können migrantische Vereine und auch engagierte Einzelpersonen dabei unterstützen Städtepartnerschaften zu etablieren, zu pflegen und auszubauen. Außerdem können Migrantinnen und Migranten durch ihre interkulturellen Kompetenzen zu einer Partnerschaft auf Augenhöhe beitragen.

Suchen Sie interessante Impulse, um Ihre Städtepartnerschaften mit neuen Ideen zu füllen? Oder planen Sie den Aufbau einer Projekt- oder Städtepartnerschaft mit einer Kommune im Globalen Süden und möchten migrantische Akteurinnen und Akteure aus Ihrer Kommune aktiv einbinden? Viele der MiGlobe Beraterinnen und Berater haben bereits in Partnerschaften gearbeitet und bringen entwicklungspolitisches
Know-How für die internationale Zusammenarbeit mit. Die Beraterinnen und Berater können Sie außerdem dabei unterstützen migrantische Organisationen in Ihrer Kommune für die Partnerschaftsarbeit zu gewinnen.

Entwicklungspolitische Informationsarbeit

Interkulturelle Feste schaffen Begegnungsorte und bringen Menschen miteinander ins Gespräch. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur entwicklungspolitischen Informationsarbeit. Denn diese Form von Begegnungsorte bieten die Chance, Bürger und Bürgerinnen für entwicklungspolitische Themen zu sensibilisieren. Wenn neben Kulinarik aus dem Globalen Süden auch noch zu politischen und wirtschaftlichen Situationen informiert wird, entsteht oft ein Dialog. Im Rahmen von interkulturellen Festen können migrantische Akteurinnen und Akteure aus Ihrer Kommune, durch spannende Formate wie zum Beispiel Ausstellungen, Vorträge oder Lesungen zu entwicklungspolitischen Themen Interesse wecken. Die MiGlobe Beraterinnen und Berater bringen neue Impulse zu einer vielfaltsensiblen Planung Ihrer interkulturellen Feste in Ihre Kommune mit.

MiGlobe begleitete 2018 die Kommune Salach bei der Planung eines Stadtfestes. Cathy Nzimbu Mpanu-Mpanu-Plato und Tshamala Schweizer von MiGlobe unterstützten die Gemeinde Salach bei der Gewinnung neuer migrantischer Akteurinnen und Akteure für die Mitarbeit. Die Beratung war ein Erfolg und die Kommune Salach gewann neue Vereine für die Teilhabe am Salacher Stadtfestes. Der Fokus auf Sensibilisierung für globale Zusammenhänge gelang ebenfalls.

Die Begleitung durch Frau Plato und Herrn Schweizer von MiGlobe hat uns sehr gut getan. Im Rahmen der Beratung haben wir uns die Zeit genommen, einmal in Ruhe und mit anderen Perspektiven auf unsere Aktivitäten zu schauen und konnten dadurch neue Wege erkennen.”

war das Fazit von Frau Becker, Leiterin der Stabsstelle Integration auf dem MiGlobe Stakeholder Treffen am 28. September 2018. Die Zusammenarbeit mit den durch die MiGlobe Beratung neu gewonnenen Kontakten zu migrantischen Vereinen pflegt die Kommune Salach weiterhin.

Geflüchtete als Akteurinnen und Akteure der kommunalen Entwicklungspolitik

Viele der nach Deutschland geflohenen Menschen haben sich hier ein neues Leben aufgebaut und sich in ihrem neuen Umfeld eingelebt. Gleichzeitig wird eine mediale Debatte geführt, in der viel über Geflüchtete gesprochen wird und sehr wenig mit ihnen. Auf kommunaler Ebene kann der gesellschaftliche Zusammenhalt nachhaltig gestärkt werden, wenn Kommunikationskanäle zwischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit und ohne Fluchtgeschichte etabliert werden. Geflüchtete können außerdem auf einer persönlichen Ebene für die entwicklungspolitischen Dimensionen von Fluchtursachen sensibilisieren. Brauchen sie noch Unterstützung bei der Gestaltung einer Veranstaltung zum Thema Flucht? Eine MiGlobe Beratung begleitet Sie dabei auf flucht-spezifischeKontexte sensibel einzugehen. So könnten zum Beispiel Erzählcafés, Themenabende und Diskussionsforen als Formate verwendet werden, um Geflüchteten den Raum zu geben von ihren Erlebnissen zu erzählen. Diese Veranstaltungen
können das Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Fluchtursachen im Globalen Süden und unserem Handeln im Globalen Norden bei der lokalen Bevölkerung
stärken.

In 2018 war es das Ziel der Beratung der Kommune Süßen, Menschen mit Fluchterfahrung stärker in die Steuerungsgruppe der Süßener Friedenstage miteinzubeziehen. Die MiGlobe Beraterinnen Juliana Atillo-Schlotterbeck und Karina Montes begleiteten die Kommune bei der Mobilisierung von Interessierten und der Auswahl an entwicklungspolitischen Themen für das Programm. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Eine Vielzahl an entwicklungspolitischen Fragestellungen war Teil der Süßener Friedenstage 2018. Zu den Formaten der Tage gehörte beispielsweise ein internationales Dinner zu SDG 16 „Frieden“, das einen festlichen Rahmen zum Austausch über verschiedene Fragen zum Thema Frieden und Flucht für Menschen mit und ohne Fluchterfahrung bot.

Haben Sie Fragen zu den möglichen Inhalten einer MiGlobe Beratung?

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